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Der Atem: Warum ist der Atem so wichtig im Yoga?

Der Atem spielt im Yoga eine zentrale Rolle und wird als einer der wichtigsten Aspekte der Praxis betrachtet. Warum eigentlich? Es ist doch “nur der Atem”? Davon wird man nicht flexibler oder kräftiger. Hm…. warum atmen die Yogis immer so intensiv!?


Natur


Es gibt mehrere Gründe, warum bewusstes Atmen im Yoga - und auch sonst im Leben - so wichtig ist.

Fangen wir mal grob und mit ein paar Fakten an:


  • Physisch betrachtet: Der Körper nimmt durch eine bewusste und kontrollierte Atmung mehr Sauerstoff auf. Dies versorgt deine Muskeln und Organe mit Energie. Wenn es also anstrengend wird, hast du dadurch mehr Power! Yes. 💪

  • Allgemeiner Stressabbau und Entspannung. Es ist wissenschaftlich mehr als genug bewiesen, dass bewusstes, ruhiges Atmen das Nervensystem beruhigt, indem es den Parasympathikus aktiviert. Also jener Teil des Nervensystems, welcher beruhigt. In jedem Erste Hilfe Kurs oder in Stresssituationen ist der Rat von Experten erst einmal tief durchzuatmen. Auch wenn viele vielleicht darüber lächeln, aber diese einfache Sache ist so essentiell, wenn es um einen klaren Kopf und ruhige Nerven geht. Über den Atem ist es also möglich, das vegetative Nervensystem zu beeinflussen.


Diese Vorteile hören sich doch schonmal wunderbar an. Wenn wir etwas tiefer graben, kommt aber noch mehr, feinstoffliches, zum Vorschein.


Byebye Monkey Mind! Wenn der Atem die Gedanken abstellt...

Verbindung von Körper und Geist: Der Atem verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Durch bewusstes Atmen lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment - auf das, was ist, auf das, was du gerade tust, fühlst. Dies fördert die Achtsamkeit und ermöglicht es, den Geist, und damit sind auch unsere Gedanken gemeint, zu beruhigen. Byebye Monkey Mind! 🐒🙈

Also, wie hält man seinen Geist ruhig? Einfach ausgedrückt: gib ihm eine Aufgabe.. z.bsp : Atme ein, atme aus. Eine einfache Alltagsübung findest du dazu weiter unten im Artikel.


Die Lenkung deiner Aufmerksamkeit auf den Atem hilft also dabei, den Geist zu zentrieren und von ablenkenden Gedanken abzulenken. Dies fördert eine bessere Konzentration.


Unterstützung der Asana-Praxis

Der Atem ist hilfreich, um in die Yoga Haltungen hineinzugehen, Spannungen zu lösen und die Ausrichtung zu verbessern.


Mit dem Einatmen kann der Körper besser expandieren, die Lungen füllen sich, der Brustkorb weitet sich- dies ist z. Bsp für eine Rückbeuge, also wenn der Brustkorb bewusst gedehnt wird, zum Beispiel sehr förderlich.


Das Ausatmen bringt eine Entspannung, der Brustkorb senkt sich. Dies kannst du ebenfalls nutzen, um zum Beispiel in einer Vorwärtsbeuge mehr loszulassen, tiefer zu sinken. Oder in der vorhin angesprochenen Rückbeuge kannst du mehr Sanftheit in die Asana bringen.


Wenn es im Yoga anstrengend wird, spielt die richtige Atmung eine entscheidende Rolle.

Die Atmung ermöglicht es allgemein, in den Positionen länger zu verweilen und trotzdem etwas zu entspannen. Wenn du dich nämlich in anstrengenden Haltungen befindest, neigen die Muskeln oft dazu, sich zu verkrampfen. Durch die bewusste Atmung kannst du versuchen, diese Verspannungen zu lösen und deine Muskeln zu entspannen. Meist sagt der Lehrer dann sowas wie "schicke den Atem in den Körperteil XY" oder “öffne dich mit dem Einatmen, lass los mit dem Ausatmen”.




Manchmal kommst du einfach an deine Grenzen. Physisch und mental.


Akzeptanz und Loslassen: Anstrengende Yoga-Übungen - oder einfach auch das Leben… - können dich manchmal an deine Grenzen bringen. Physisch und mental. Die richtige Atmung kann dir dabei helfen, zu erkennen, ob du dich zurzeit über- oder unterforderst. Lass das Ego beiseite, akzeptiere und verurteile dich nicht. Stattdessen kannst du dich auf den Atem konzentrieren, akzeptieren, was ist, und loslassen, was nicht notwendig ist in diesem Moment.


Der Atem ist dein einziger, richtiger Lebenspartner.

Denn der Atem ist immer da - solange du lebst. Vom Ersten, bis zum letzten Moment. Er ist gratis und immer verfügbar.

Warum also den Atem und seine vielen Vorteile nicht nutzen?


Mit dem Atem Ruhe finden - sogar bei täglichen Haushalts-Aufgaben


So, und nun zur Praxis. Aufgaben aus der Alltagsroutine eignen sich super, um bewusstes Atmen neben der Matte zu üben. Z. Bsp. Geschirrspülen, oder Wäsche zusammenlegen: Die Bewegungen sind intuitiv und du musst dabei nicht viel überlegen. Ein willkommener Moment für den Monkey-Mind und der Gedanken-Wirr-Warr.


Während du tust, was du tust, tue es ganz bewusst. Keine Musik, kein TV, keine Ablenkung. Nur du, die Aufgabe und der Atem.

Während du spülst, denkst du nur “einatmen” - du atmest ein. Dann“ausatmen” - du atmest aus. Bleibe dabei wirklich bei deinem Atem - höre deinem eigenem Atem zu.


Zen-Mönche praktizieren dies seit Jahrtausenden und bleiben so ruhig und entspannt, auch wenn sie tausend einzelne Kieselsteine von A nach B transportieren.


Wenn du fertig bist, stelle dir folgende Fragen: Wie ging es dir dabei? Wie war das Ergebnis und die Qualität deiner "Arbeit"? Wie hat sich die vergangene Zeit für dich angefühlt? Wie hat sich “Zeit” überhaupt angefühlt? ……….


Insgesamt ist die bewusste Atmung also ein mächtiges Werkzeug das allen Menschen mehr Wohlbefinden bringen kann. Zusammengefasst können wir also sagen: gezieltes Atmen beeinflusst das vegetative Nervensystem, körperliche und mentale Herausforderungen kann man besser meistern, er fördert die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren.


Der Atem….unsichtbar aber doch hörbar. Immer da und gratis. Nutze dieses einfache und immer verfügbare Tool. Auf der Matte oder sonst in deinem Leben.


Herzlich

Karin


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